Über „Alles dreht sich um nichts (Kurz-Prosa)“ von Roland Lampe

Besprochen von Ronald Klein

  • LAMPE, Roland: Alles dreht sich um nichts : Kurzprosa. Erata-Literaturverl., Leipzig 2008. ISBN 978-3-86660-049-2.

Man möchte an Nietzsche denken. Den großen Sucher. Als Nihilist verkannt. Es sei leichter etwas zu verneinen, konstatierte er. Auch Lampe verneint: „Seine Sinne sind erfroren, sein Körper ist ein Eiszapfen, / und wenn er den Mund aufmacht, schneit es“, heißt es gleich im Auftakt, passend „Gleichgültigkeit“ betitelt. Doch das Abwehrende, Resignierte bedeutet nur eine Facette im unheimlich spannungsreichen Dramaturgiebogen, der aufs minimalsten reduzierten Prosa. Lampe erzählt u.a. von der verstörenden Dominanz eines übermächtigen Vaterbildes, von der Endstation Pflegeheim, von der Introvertiertheit der Paare, deren Schweigen zur emotionalen Nekrose mutiert. Jeder Satz, jedes Wort passend genau. Stellenweise an Kafkas ultra verkürzte Prosa („z.B. „Die Bäume“) erinnernd, hat der Berliner Autor längst seinen eigenen sprachlichen und ikonographischen Kosmos erschaffen. Ein Band, der trotz der wenigen Worte lange zu begeistern weiß.

War Kurt Cobain der Novalis des 20. Jahrhunderts? Martin A. Völker spricht mit Ronald Klein über Kurt Cobain und die Romantik, 25.01.08

Dr. Martin A. Völker lehrt Ästhetik an der Humboldt-Universität zu Berlin. In den letzten Jahren hat er innerhalb seiner Lehre und Forschung versucht, eine „Integrale Ästhetik“ zu entwickeln. Ausgehend von theoretischen Überlegungen des Psychologen und Philosophen Ken Wilber hat er in zahlreichen Einzelbeiträgen an einer Sozial- und Kulturgeschichte ästhetischen Denkens und ästhetischer Erfahrung gearbeitet. Schwerpunktmäßig setzt er sich mit Körperdiskursen, Schönheitskonzepten und Lebensweisen zwischen 1700 und 1900 auseinander. Ronald Klein sprach mit ihm über die vermeintliche Transformation der Romantik im anti-modernistischen Denken und in der Popmusik.

Über „Hexenwind“ von Dornenreich

Besprochenvon Ronald Klein

Nach dem fulminanten 2001er Werk „Her Von Welken Nächten“ kündigten die Österreicher an, sich mit einem Seiten-Projekt anderen Klängen zu widmen. Aus dem einstigen Projektnamen wurde der Albumtitel, der programmatisch eine neue Richtung verspricht. Der raubeinige Black Metal gehört der Vergangenheit an. Der „Hexenwind“ flüstert mal verträumte, mal unheimlich verwunschene Lieder – langsame Akustik-Parts dominieren die fünf Songs (knapp 44 Minuten), während die verzerrten Gitarren deutlich in den Hintergrund treten. Sänger Eviga haucht, flüstert und beschwört und entfesselt den Freiraum der Fantasie, welcher die Hexen schweben lässt. Die Fabelwesen klingen auf dem Album weniger böse als vielmehr nach tanzenden Naturweisen. So bauen sich die Songs unheimlich langsam auf und kreieren mit den sich wiederholenden Passagen ein sowohl mystisches, wie unheimlich melodiöses Mantra, das in knapp einer dreiviertel Stunde die Geschwindigkeit der realen Welt da draußen vergessen macht.

Regisseur Wim Wenders über die digitale Riesenchance. Wim Wenders im Interview mit Ronald Klein, 25.08.06

Regisseur Wim Wenders spricht über sein Videodreh für die Band „Die Toten Hosen“, über seine Arbeit in den USA und das Klischee vom „Autorenfilm“. Thema ist außerdem die damals aktuelle Filmarbeit von Wenders, End of Violence.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit den Toten Hosen, für die Sie den aktuellen Videoclip inszenierten?